Liquiditätskrisen-Check für die GmbH

Sie sind unsicher, ob sich die Liquiditätslage bereits zu einer rechtlich relevanten Krise verdichtet?

Das kostenlose Online-Tool bietet eine erste strukturierte Orientierung. Es ersetzt keine Liquiditätsrechnung, keine Statusprüfung und keine Rechts- oder Steuerberatung.

Sanduhr und Finanzunterlagen auf einem Schreibtisch mit Ordnern zu Liquidität, Zahlungen und Insolvenz.

Erste Orientierung für die Geschäftsführung

Liquiditätskrisen-Check für Ihre GmbH

Zehn Fragen helfen Ihnen, offene Prüfpunkte zu Fälligkeiten, verfügbaren Mitteln, Finanzierung und Prognosen zu erkennen. Die Ampel zeigt allgemeine nächste Prüfschritte auf Grundlage Ihrer Angaben.

Vorläufige Orientierung: Der Check ersetzt keine belastbare Liquiditätsrechnung, keine insolvenzrechtliche Statusprüfung und keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Auch ein grünes Ergebnis schließt Insolvenzreife nicht aus.

Alle zehn Fragen sind Pflichtfragen. Wenn Angaben fehlen oder Sie unsicher sind, wählen Sie die Antwort „unklar“. Ihre Antworten werden nur während der Nutzung im Browser verarbeitet, weder versendet noch gespeichert.

Liquiditätskrisen-Check: Antworten belastbar einordnen

Einem abgeschlossenen Auftrag kann ein verspäteter Kundeneingang folgen, während Löhne vorher fällig werden. In einer solchen Situation zählt, welche Mittel tatsächlich rechtzeitig verfügbar sind. Der Liquiditätskrisen-Check führt Sie durch zehn Fragen zu diesen Entscheidungsgrundlagen. Dieser Leitfaden erklärt, welche Belege Ihre Antworten tragen sollten, wie die Ampel entsteht und wie Sie aus offenen Punkten einen konkreten Prüfauftrag machen.

Die Entscheidungsgrundlage hinter den zehn Fragen

Der Check unterscheidet zwischen einer belastbaren Antwort, einem erkannten Warnzeichen und einer offenen Prüfgrundlage. Die zehn Fragen ordnen dafür aktuelle Zahlungsfähigkeit, Planungsannahmen und fachlichen Prüfstand. Die vier folgenden Gruppen erklären, welche Aussage Ihre Antwort jeweils trifft und anhand welcher Unterlagen sie sich nachvollziehen lässt. Über die Fragennummern können Sie das Ergebnis anschließend mit den passenden Belegen abgleichen.

Fragen 1 bis 3: Fälligkeiten, Zahlungsablauf und verfügbare Mittel

Frage 1 betrifft sämtliche derzeit fälligen Verpflichtungen. Stellen Sie eine aktuelle Fälligkeitsliste den tatsächlich verfügbaren Mitteln gegenüber. Eine bezahlbare Einzelrechnung beantwortet diese Frage ebenso wenig wie ein Kontostand ohne die dazugehörigen Verbindlichkeiten. Frage 2 ergänzt den tatsächlichen Zahlungsablauf: Werden wesentliche fällige Zahlungen laufend geleistet? Erfassen Sie ausgebliebene Zahlungen mit Fälligkeit und Grund. Dass einzelne Rechnungen noch beglichen werden, beschreibt den übrigen Zahlungsablauf nicht. Diese Unterscheidung ist auch für die Prüfung nach § 17 InsO relevant.

Frage 3 prüft die Informationsgrundlage für diese Aussagen. Ist die Mittelübersicht vollständig und aktuell? Dokumentieren Sie, welche Mittel wann verfügbar sind. Erwartete Eingänge gehören nicht ohne Prüfung in dieselbe Kategorie wie bereits verfügbare Mittel. Sind Fälligkeiten und Verfügbarkeit auf unterschiedlichen Ständen erfasst, lässt sich eine günstige Einschätzung daraus nicht verlässlich ableiten.

Fragen 4 bis 6: Die Verlässlichkeit Ihrer Zahlungsplanung

Bei Frage 4 müssen zwei Voraussetzungen zusammenpassen: Eine eingeplante Finanzierung muss verbindlich gesichert und rechtzeitig verfügbar sein. Eine grundsätzliche Bankzusage oder die Bereitschaft eines Gesellschafters genügt dafür nicht. Prüfen Sie Zusage, Bedingungen und tatsächlichen Auszahlungszeitpunkt. Frage 5 verlangt denselben sorgfältigen Blick auf Forderungseingänge: Eine offene Rechnung ist noch kein gesicherter Zahlungseingang. Betrachten Sie überfällige und streitige Forderungen sowie Abhängigkeiten von wichtigen Kunden gesondert und begründen Sie die angenommenen Zahlungstermine.

Frage 6 richtet den Blick auf Löhne, Steuern und Sozialversicherung. Sind diese Verpflichtungen samt fälligen und kommenden Zahlungsterminen vollständig erfasst? Gerade wiederkehrende Zahlungen müssen in die Planung einfließen. Die Erfassung entscheidet allerdings nicht, welche Zahlung in einer konkreten Krisensituation zulässig ist oder Vorrang haben darf.

Fragen 7 bis 9: Drei Planungshorizonte mit unterschiedlichen Aufgaben

Der Check fragt diese Grundlagen getrennt ab, weil die kurzfristige Zahlungssteuerung und die vorausschauende insolvenzrechtliche Prüfung unterschiedliche Perspektiven benötigen:

  • Frage 7 – 13 Wochen: Die kurzfristige Liquiditätsplanung bildet Einzahlungen, Auszahlungen und Fälligkeiten nachvollziehbar ab. Halten Sie Annahmen und Abweichungen fest und betrachten Sie ein realistisches Basis- und Stressszenario. Die 13 Wochen sind eine praktische Planungsempfehlung des Ratgebers, keine gesetzliche Antragsfrist.
  • Frage 8 – 24 Monate: Hier geht es um die vorausschauende Finanzierung bestehender Zahlungspflichten bei ihrer Fälligkeit. Für die drohende Zahlungsunfähigkeit sieht § 18 InsO in aller Regel diesen Prognosezeitraum vor. Eine kurzfristige Planung allein beantwortet diese Frage nicht.
  • Frage 9 – zwölf Monate: Gefragt ist eine aktuell geprüfte und dokumentierte positive Fortführungseinschätzung. Die Fortführungsperspektive ist Teil der Überschuldungsprüfung nach § 19 InsO. Eine positive Bilanz ersetzt diese Einschätzung nicht; die Vermögens- und Verbindlichkeitssituation bleibt ebenfalls zu betrachten.

Eine vorhandene Planung lässt sich nicht allein wegen ihrer Länge als Nachweis für alle drei Fragen verwenden. Entscheidend sind die jeweilige Aufgabenstellung, realistische Annahmen und ein aktueller, nachvollziehbarer Prüfstand.

Frage 10: Der bereits vorliegende fachliche Prüfstand

Diese Frage unterscheidet zwischen einer aktuellen fachlichen Prüfung ohne Anhaltspunkte, bereits bekannten Anhaltspunkten und einem fehlenden oder unklaren Prüfstand. Gemeint sind Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. „Uns ist bislang nichts aufgefallen“ ist keine fachliche Prüfung. Halten Sie fest, wer welche Unterlagen mit welchem Ergebnis geprüft hat und was noch offen ist.

Unklar, ungünstig oder unbeantwortet: So entsteht die Ampel

Wählen Sie eine günstige Antwort nur, wenn Sie den beschriebenen Sachverhalt nachvollziehbar bestätigen können. Eine ungünstige Antwort bezeichnet einen bekannten Mangel oder ein Warnzeichen. „Unklar“ beschreibt dagegen einen noch ungeklärten Sachverhalt. Bei Frage 7 beispielsweise ist eine nachweislich fehlende Planung ungünstig; eine vorhandene Planung mit noch ungeklärter Belastbarkeit ist unklar. Beide Antworten führen zu einem konkreten Prüfpunkt.

Eine ausgewählte Unklarheit ist eine vollständige Antwort. Eine ausgelassene Frage ist es nicht: Erst nach Beantwortung aller zehn Fragen zeigt der Check ein Ergebnis. Die Auswertung verwendet keine Punktsumme, Prozentquote oder gesetzliche Mindestpunktzahl. Ihre Reihenfolge ist eindeutig:

  1. Rot – „Dringende Prüfung“: Mindestens eine ungünstige Antwort auf Frage 1, 2 oder 10 löst Rot aus. Andere günstige Antworten gleichen dieses Warnzeichen nicht aus.
  2. Gelb – „Prüfbedarf“: Ohne roten Auslöser genügt jede ungünstige oder unklare Antwort für Gelb. Auch eine einzige fehlende Prüfgrundlage zählt.
  3. Grün – „Keine Warnzeichen aus Ihren Antworten“: Dafür müssen sämtliche zehn Fragen ausdrücklich günstig beantwortet sein, einschließlich des fachlichen Prüfstands in Frage 10.

Die Grenze des Checks: Er priorisiert weitere Prüfung auf Grundlage Ihrer Angaben. Er berechnet keine Liquiditätslücke, stellt keinen Insolvenzgrund fest und schließt Insolvenzreife auch bei Grün nicht aus. Insbesondere kann die Angabe drohender Zahlungsunfähigkeit in Frage 10 Rot auslösen, ohne damit automatisch eine Insolvenzantragspflicht festzustellen.

Drei Fallbeispiele: Welche Antwort verändert das Ergebnis?

Die folgenden Beispiele sind frei erfunden und erläutern ausschließlich die Auswertungslogik. Sie enthalten keine Beurteilung eines konkreten Unternehmens.

Gelb: Zahlungen laufen, die Planung fehlt

Eine Agentur-GmbH bezahlt ihre aktuellen Rechnungen. Für die nächsten Wochen arbeitet sie jedoch nur mit einem Monatsbudget, das keine konkreten Zahlungstermine abbildet. Alle übrigen neun Antworten sind günstig und belegt; bei Frage 7 fehlt die aktuelle dokumentierte 13-Wochen-Planung. Die Geschäftsführung wählt dort die ungünstige Antwort: Gelb. Aus dem Budget muss eine nachvollziehbare Planung der Ein- und Auszahlungen werden, einschließlich Annahmen, Abweichungen sowie Basis- und Stressszenario. Dass heute bezahlt wird, klärt den künftigen Verlauf noch nicht.

Rot: Fällige Verpflichtungen sind nicht vollständig erfüllbar

Eine Handels-GmbH kann eine fällige Lieferantenrechnung mit ihren verfügbaren Mitteln nicht vollständig begleichen. Ein Gesellschafter hat Finanzierung in Aussicht gestellt; Verbindlichkeit und Auszahlung sind noch ungeklärt. Frage 1 wird ungünstig, Frage 4 unklar beantwortet; alle anderen Antworten sind günstig. Das Ergebnis ist Rot. Die Aussicht auf spätere Mittel gleicht den roten Auslöser nicht aus. Aktueller Liquiditätsstatus, fällige Verpflichtungen und Finanzierungsunterlagen müssen unverzüglich fachkundig geprüft werden, einschließlich möglicher Antragspflichten und der Zulässigkeit anstehender Zahlungen.

Grün: Alle Aussagen sind aktuell belegbar

Eine Dienstleistungs-GmbH verfügt über einen aktuellen Liquiditätsstatus und eine vollständige Fälligkeitsübersicht; alle fälligen Verpflichtungen sind erfüllbar, wesentliche Zahlungen laufen. Zusätzliche Finanzierung ist nicht eingeplant, Kundeneingänge sind realistisch bewertet. Löhne, Steuern und Sozialversicherung sind erfasst. Die 13-Wochen-Planung und 24-Monats-Prognose sind aktuell; eine positive zwölfmonatige Fortführungsperspektive ist geprüft und dokumentiert. Eine aktuelle fachliche Prüfung hat keine Anhaltspunkte für Insolvenzgründe ergeben. Alle Antworten sind günstig: Grün. Veränderte Zahlungstermine oder Annahmen verlangen eine Aktualisierung und gegebenenfalls neue Prüfung.

Aus dem Ergebnis einen nachvollziehbaren Prüfauftrag machen

Nach „Orientierung anzeigen“ nennt die Auswertung die offenen Antworten mit ihrer Fragennummer. Unter „Allgemeine nächste Prüfschritte“ stehen zunächst Hinweise zur Ampel und anschließend die Schritte zu Ihren ungünstigen oder unklaren Antworten. Arbeiten Sie mit diesen konkreten Punkten:

  • Fragen 1 bis 3: Liquiditätsstatus, vollständige Fälligkeiten, ausgebliebene Zahlungen und tatsächliche Verfügbarkeit der Mittel zusammenführen.
  • Fragen 4 bis 6: Finanzierungsbedingungen, Auszahlungstermine, Forderungsbewertung und Personal-, Steuer- sowie Sozialversicherungsfälligkeiten belegen.
  • Fragen 7 bis 10: Planungsstände, Annahmen, Abweichungen und fachliche Einschätzungen mit Datum, Verantwortlichkeit und offenen Prüfungsschritten festhalten.

Bei Gelb sind die offenen Grundlagen zeitnah zu klären, bevor wesentliche Zahlungs- oder Sanierungsentscheidungen getroffen werden. Bei Rot sind Unterlagen und fachkundige Prüfung unverzüglich zu organisieren. Bei Grün sind die Grundlagen fortzuführen und bei Veränderungen zu aktualisieren. Die laufende Überwachung bestandsgefährdender Entwicklungen ist eine Aufgabe nach § 1 StaRUG.

Liegt tatsächlich Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vor, verlangt § 15a InsO einen Antrag ohne schuldhaftes Zögern, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung. Diese Höchstfristen sind keine frei verfügbare Wartezeit. Das konkrete Ergebnis der fachlichen Prüfung ist hierfür maßgeblich.

Der Link „Ergebnis mit unseren Experten besprechen“ führt zur Kontaktseite; er übermittelt Ihre Antworten nicht automatisch. Halten Sie daher die offenen Fragennummern und die zugehörigen Unterlagen für das Gespräch bereit. Informationen zu den Beratungsbereichen finden Sie unter Unternehmenssanierung, Rechtsberatung und Steuerberatung.

Antworten auf besondere Situationen im Check

Welche Antwort passt, wenn keine zusätzliche Finanzierung eingeplant ist?

Frage 4 erlaubt dafür ausdrücklich die erste Antwort. Entscheidend ist, dass Ihre Planung keine ungesicherten oder verspätet verfügbaren Finanzierungen voraussetzt. Die übrigen Fragen zur Zahlungsfähigkeit und Planung bleiben unabhängig davon zu beantworten.

Was gilt, wenn keine Forderungseingänge eingeplant sind?

Auch Frage 5 sieht dafür die erste Antwort vor. Sie passt, wenn Ihre Planung tatsächlich keine Forderungseingänge enthält. Ist ein Kundeneingang eingeplant, müssen Einbringlichkeit und Zeitpunkt realistisch bewertet sein.

Kann ich bei Frage 10 günstig antworten, weil es keine Mahnungen gibt?

Nein. Die erste Antwort setzt eine aktuelle fachliche Prüfung voraus. Ohne eine solche Prüfung oder bei unklarem Ergebnis wählen Sie die entsprechende unklare Antwort. Auch bei ansonsten günstigen Angaben ergibt sich dann mindestens Gelb.

Bleibt die Auswertung nach einer geänderten Antwort gültig?

Eine Änderung blendet das bisherige Ergebnis aus. Wählen Sie erneut „Orientierung anzeigen“, um die vollständigen Antworten auszuwerten. „Antworten zurücksetzen“ und das Neuladen verwerfen Antworten und Ergebnis. Der Check bietet keine automatische Speicherung oder Übermittlung der Auswertung.

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