- 23. August 2025
Unternehmenssanierung nach StaRUG: Chancen nutzen
Unternehmen in Deutschland stehen 2025 weiter unter Druck: Zinsen, Kosten und Nachfragevolatilität setzen Liquidität und Ertrag unter Stress. Eine Unternehmenssanierung nach StaRUG ermöglicht es, außerhalb eines Insolvenzverfahrens frühzeitig gegenzusteuern, Gläubiger zu binden und den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Hier erfahren Sie kompakt, wie das StaRUG rechtlich einzuordnen ist, welche Chancen und Risiken bestehen und wie der Sanierungsprozess in der Praxis abläuft – inklusive Fallbeispiel.
StaRUG kurz erklärt: Rechtliche Einordnung ohne Juristendeutsch
Das Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (StaRUG) bietet seit 2021 einen rechtlichen Rahmen, mit dem sanierungsfähige Unternehmen bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit (also vor Eintritt der Insolvenzreife) eine Restrukturierung durchführen können. Kernelement ist der Restrukturierungsplan, der – nach Gläubigerabstimmung – vom Restrukturierungsgericht bestätigt werden kann. So lassen sich Verbindlichkeiten anpassen, Finanzierungen neu ordnen und operative Maßnahmen verbindlich umsetzen – mit dem Ziel, die Insolvenz zu vermeiden und den Betrieb zu erhalten.
Die wichtigsten Vorteile: Warum die Unternehmenssanierung nach StaRUG überzeugt
- Insolvenz vermeiden: Sanierung außerhalb des förmlichen Insolvenzverfahrens – mit Erhalt von Image, Kundenbeziehungen und Lieferketten.
- Planungssicherheit: Ein bestätigter Plan bindet auch widersprechende Gläubiger (Cram-Down) und schafft Umsetzungsverbindlichkeit.
- Krisenprävention: Früher Start = mehr Optionen. StaRUG fördert vorausschauendes Handeln statt spätes Reagieren.
- Flexibilität: Maßgeschneiderte Kombination aus finanziellen, rechtlichen und operativen Maßnahmen – von Covenants bis Personalkosten.
- Diskretion: Außerinsolvenzliche Restrukturierung kann – je nach Instrument – weniger öffentlichkeitswirksam sein.
- Sanierungsmoderation: Neutraler Moderator erleichtert Einigungen, senkt Konflikte und beschleunigt Entscheidungen.
Risiken & Grenzen: Worauf Entscheider achten sollten
- Voraussetzungen: StaRUG setzt drohende, nicht aber bereits eingetretene Zahlungsunfähigkeit voraus.
- Tragfähiger Plan: Ohne belastbare Fortführungsprognose, integrierte Liquiditätsplanung und belastbare Maßnahmen scheitert die Umsetzung.
- Gläubigermehrheiten: Erforderliche Mehrheiten pro Gläubigergruppe müssen erreicht werden; strategische Segmentierung ist entscheidend.
- Timing: Zu spätes Handeln reduziert Optionen (z. B. Finanzierungsfenster, Personalmaßnahmen, Vertragsneuordnung).
- Fallback: Scheitert der Restrukturierungsplan, kann ein reguläres Insolvenzverfahren erforderlich werden.
So läuft eine StaRUG-Sanierung ab – in 6 Schritten
1) Früher Check & Krisendiagnose (Krisenprävention)
Liquiditätsstatus, Going-Concern-Prognose, Stakeholder-Map. Prüfung: Liegen StaRUG-Voraussetzungen vor? Welche Alternativen (außergerichtlich/insolvenznah) sind realistisch?
2) Sanierungsstrategie & Fahrplan
Definition der Ziele (z. B. Zins-/Tilgungsentlastung, Laufzeitverlängerung, Working-Capital), Maßnahmenpaket (finanziell/operativ/rechtlich), Zeit- und Kommunikationsplan.
3) Sanierungsmoderation (optional, aber oft sinnvoll)
Ein unabhängiger Moderator strukturiert Verhandlungen, entschärft Konflikte und unterstützt bei der Bildung sinnvoller Gläubigergruppen. Ziel: Einigungsfähigkeit erhöhen.
4) Erstellung des Restrukturierungsplans
Detaillierter Plan mit Ist-/Soll-Kapitalstruktur, Zahlungsströmen, Sicherheiten, Covenants und operativen Maßnahmen (z. B. Kosten, Prozesse, Portfolio). Begründung der Fortführungsfähigkeit.
5) Gläubigerabstimmung & gerichtliche Bestätigung
Abstimmung innerhalb gebildeter Gruppen; bei erreichter Mehrheit kann das Restrukturierungsgericht den Plan bestätigen – er wird dann auch für ablehnende Gläubiger verbindlich.
6) Umsetzung & Monitoring
Vertragsumstellungen, Finanzierungs-Drawdowns, Maßnahmen-Controlling (KPIs, Meilensteine). Laufende Kommunikation mit Finanzierern, Eigentümern und Beirat.
Praxisnahe Anwendung: Kurzfall eines mittelständischen Herstellers
Ein bayerischer Serienfertiger (120 MA) verliert 2024 zwei Großkunden, Zinsen steigen – Working-Capital-Lücke. Die Geschäftsführung entscheidet sich für eine StaRUG Beratung bei Lkm in Unterföhring (Landkreis München). Nach schneller Krisendiagnose wird ein Restrukturierungsplan erarbeitet: Laufzeitverlängerung und Zinsanpassung bei Banken, Sale-and-Lease-Back einer nicht betriebsnotwendigen Immobilie, Prozessoptimierungen in der Montage, selektiver Personalabbau ohne Know-how-Verlust. Mit Sanierungsmoderation wird eine konsensfähige Lösung erzielt. Das Gericht bestätigt den Plan; das Unternehmen stabilisiert die Liquidität und kann die Insolvenz vermeiden.
Checkliste für Entscheider: Bin ich „StaRUG-ready“?
- Liquiditätsplanung (13 Wochen) und integrierte Planung (P/L, Bilanz, Cash) aktuell?
- Gläubigergruppen, Sicherheiten, Covenants und Fälligkeiten transparent?
- Operative Maßnahmen identifiziert (Kosten, Prozesse, Portfolio, Personal)?
- Kommunikation & Stakeholder-Management vorbereitet (Banken, Gesellschafter, Belegschaft)?
- Externe Expertise für Recht, Steuern und Finanzierung eingebunden?
FAQ: Häufige Fragen zur Unternehmenssanierung nach StaRUG
Nein. Gerade KMU profitieren von der Flexibilität: Der Plan kann schlank gestaltet werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind und die Datenlage belastbar ist.
Der Start ist nach zügiger Bestandsaufnahme möglich. Der kritische Faktor ist die Qualität der Finanz- und Maßnahmenplanung, nicht die Unternehmensgröße.
Die Kosten hängen von Komplexität, Gläubigerstruktur und Datenlage ab. Sie stehen typischerweise im Verhältnis zu den finanziellen Effekten (Zins-/Tilgungsentlastung, Fortführung).
Lkm law and tax vereint Rechtsanwälte, Steuerberater und Finance-Spezialisten unter einem Dach. Diese Kombination ist in der Restrukturierung ein klarer Vorteil: rechtlich fundiert, steuerlich optimiert, betriebswirtschaftlich tragfähig. Lkm begleitet Unternehmen in der Krise von der Krisenprävention über die Sanierungsmoderation bis zur gerichtlichen Planbestätigung – diskret, pragmatisch und zielorientiert.
„Frühes Handeln erweitert Ihre Optionen. Wer bei drohender Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig auf Unternehmenssanierung nach StaRUG setzt, erhöht die Chance auf eine außerinsolvenzliche Lösung.“
Fazit: Handeln statt abwarten
Die Unternehmenssanierung nach StaRUG ist ein wirkungsvolles Instrument, um Insolvenz zu vermeiden, Gläubiger einzubinden und den Betrieb zu stabilisieren. Entscheidend sind Timing, transparente Zahlen und eine integrierte Maßnahmenplanung – im besten Fall mit erfahrener Begleitung, die Recht, Steuern und Finanzierung zusammenführt.